Gautier Capuçon

Gautier Capuçon

Cello

Biografie

Gautier Capuçon ist ein wahrer Botschafter des Cellos von heute. Er tritt jede Saison mit den weltweit renommiertesten Dirigenten und Instrumentalisten auf. Im Januar 2022 vertiefte er sein Engagement für die Ausbildung und Weitergabe an junge Künstler durch die Gründung seiner eigenen Stiftung, um junge Musiker beim Karrierestart zu unterstützen. Die Fondation Gautier Capuçon zählt mittlerweile 36 Preisträger. Capuçon ist weltweit bekannt für seine ausdrucksstarke Musikalität, seine Virtuosität und den tiefen Klang seines Matteo-Goffriller-Cellos „L’Ambassadeur“ von 1701.

Im Sommer 2020, während der Pandemie, lancierte Gautier Capuçon seine Tournee „Un été en France“, eine musikalische Reise, die Familien im ganzen Land Live-Konzerte ermöglichte. 2021 wiederholte er dieses Erlebnis und lud diesmal junge Instrumentalisten und Tänzer ein, gemeinsam mit ihm auf der Bühne zu stehen. Bis heute erreichte die Initiative über 145.000 Zuschauer, umfasste 80 Konzerte in 66 Städten und Dörfern und präsentierte 69 aufstrebende Künstler an seiner Seite. Fünf Dokumentarfilme wurden der Tournee bereits gewidmet, ein weiterer wird zwischen Weihnachten und Neujahr 2025 ausgestrahlt.

Zu den Höhepunkten der vergangenen Saisons mit Orchestern zählen insbesondere Konzerte mit den Wiener Philharmonikern unter Christian Thielemann, dem Gewandhausorchester Leipzig unter Andris Nelsons, dem Philadelphia Orchestra unter Stéphane Denève, dem Hong Kong Philharmonic unter Christoph Koncz sowie Tourneen mit der Filarmonica della Scala unter Riccardo Chailly, dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter Alain Altinoglu und dem Rotterdam Philharmonic unter Lahav Shani.

Kürzlich war er auf Europatournee und in der Carnegie Hall mit Evgeny Kissin sowie mit Rudolf Buchbinder, Renaud Capuçon und Nikolaj Szeps-Znaider zu erleben. Als Kammermusiker tritt er jährlich mit Partnern wie Martha Argerich, Daniel Barenboim, Lisa Batiashvili, Frank Braley, Renaud Capuçon, Jérôme Ducros, Katia und Marielle Labèque, Menahem Pressler, Jean-Yves Thibaudet, Yuja Wang oder den Quartetten Artemis, Ébène, Hagen und Modigliani auf.
Zudem gründete Gautier Capuçon das Ensemble Capucelli gemeinsam mit sechs Cellisten, Preisträgern seiner „Classe d’Excellence“, mit denen er in Europa und Taiwan konzertierte.

In der Saison 2025/26 wird Gautier Capuçon mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko auf Tournee gehen, als Residenzkünstler bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden wirken und mit dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt zur Eröffnung des Dvorak Festivals Prag sowie des George Enescu Festivals Bukarest konzertieren. Gautier Capuçon wird zudem mit dem Orchestre de Paris unter Andrés Orozco-Estrada, dem San Francisco Symphony unter Simone Young und der Tonhalle Zürich unter Paavo Järvi auftreten.

Im Laufe seiner Karriere hat Gautier Capuçon zahlreiche und beständige musikalische Freundschaften aufgebaut. Er wird jede Saison von den bedeutendsten Orchestern eingeladen, darunter die Philharmoniker aus Berlin, Wien, Los Angeles und New York sowie die Sinfonieorchester von Chicago, San Francisco und London. Er arbeitet mit Dirigenten wie Lionel Bringuier, Myung-Whun Chung, Gustavo Dudamel, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Paavo Järvi, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Andrés Orozco-Estrada und Tugan Sokhiev zusammen.

Zu den Höhepunkten im Bereich der Kammermusik zählen Konzerte mit Jean-Yves Thibaudet und Lisa Batiashvili sowie eine Rezital-Tournee mit Nikolai Lugansky.

Er arbeitet zudem mit zahlreichen zeitgenössischen Komponisten zusammen, darunter Lera Auerbach, Karol Beffa, Esteban Benzecry, Nicola Campogrande, Qigang Chen, Bryce Dessner, Richard Dubugnon, Henri Dutilleux, Jérôme Ducros, Danny Elfman, Thierry Escaich, Joe Hisaishi, Philippe Manoury, Bruno Mantovani, Andrew Norman, Krzysztof Penderecki, Max Richter, Wolfgang Rihm und Jörg Widmann.

Als Exklusivkünstler bei Erato (Warner Music) verfügt Capuçon über eine umfangreiche Diskografie, die ihm zahlreiche Auszeichnungen einbrachte. Nach „Intuition“ wurde sein Album „Émotions“ (2020) mit Werken von Debussy, Schubert, Elgar und anderen in Frankreich mit Gold ausgezeichnet; es führte über 30 Wochen lang die Verkaufscharts an und verkaufte sich weltweit über 100.000 Mal. Sein folgendes Album „Sensations“ (2022) erreichte als erste Klassik-Einspielung überhaupt Platz 1 der genreübergreifenden französischen Charts, gefolgt von „Destination Paris“ (2023). Seine neueste Aufnahme (Herbst 2024) präsentiert die Konzerte von Elgar und Walton mit Antonio Pappano und dem London Symphony Orchestra. Im November 2025 erscheint das Album „Gaïa“, auf dem Capuçons Cello zur Stimme der Erde wird, inspiriert von Weltpremieren unter anderem von Max Richter, Bryce Dessner, Ludovico Einaudi, Gabriela Montero, Joe Hisaishi und Nico Muhly. Das Album wird im November 2025 in einem Konzert mit dem San Francisco Symphony vorgestellt.

Zu seinen früheren Aufnahmen gehören die Schostakowitsch-Konzerte mit Valery Gergiev und dem Mariinsky Orchestra, Saint-Saëns mit Lionel Bringuier und dem Orchestre Philharmonique de Radio France, die gesamten Beethoven-Sonaten mit Frank Braley, das Schubert-Quintett mit dem Quatuor Ébène, „Intuition“ mit dem Orchestre de Chambre de Paris und Douglas Boyd sowie Live-Aufnahmen mit Martha Argerich, Renaud Capuçon, dem Chamber Orchestra of Europe und Bernard Haitink. Zudem nahm er die Klaviertrios von Beethoven mit Renaud Capuçon und Frank Braley, die Sonaten von Franck und Chopin mit Yuja Wang, das Solo-Album „Souvenirs“ (Bach, Dutilleux, Kodály) sowie ein „Best-of“ anlässlich seines 40. Geburtstags auf. Seine nächste Veröffentlichung umfasst 16 für ihn geschriebene Werke von Komponisten verschiedener Kulturen, inspiriert von der Natur und der Erde.

Gautier Capuçon ist zudem auf zahlreichen Live-DVDs zu sehen, darunter Haydns Konzert Nr. 1 mit den Berliner Philharmonikern unter Gustavo Dudamel sowie das Doppelkonzert von Brahms mit Lisa Batiashvili, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Christian Thielemann.

Parallel dazu ist er Botschafter des Vereins „Orchestre à l’École“, der sich für die Einführung von Musik in Schulen durch drei- bis vierjährige Lernzyklen einsetzt. Heute gibt es 1.630 Schulorchester in 100 Departements, an denen 44.000 Kinder teilnehmen. Über 184.000 Schüler haben bereits von diesem Programm profitiert.

Im Januar 2021 wurde Gautier Capuçon zum Ritter der französischen Ehrenlegion (Chevalier dans l’Ordre National de la Légion d’Honneur) ernannt.

Von 2019 bis 2025 moderiert er werktags von 17:00 bis 18:00 Uhr die Sendung „Les carnets de Gautier Capuçon“ auf Radio Classique. In Frankreich ist er eine Berühmtheit, tritt häufig im Fernsehen auf und gehört seit dem Start 2014 zur Jury der Sendung „Prodiges“ auf France 2 – eine Show, die jedes Jahr zu Weihnachten über drei Millionen Zuschauer anzieht.

1981 in Chambéry geboren, begann Gautier Capuçon im Alter von fünf Jahren mit dem Cellospiel bei Augustin Lefèbvre. Er studierte in Paris bei Annie Cochet-Zakine und Philippe Muller sowie anschließend in Wien bei Heinrich Schiff. Er ist Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe, darunter der Erste Große Preis des Internationalen André-Navarra-Wettbewerbs in Toulouse.

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