ALEXANDRE KANTOROW
Seit seinem glänzenden Sieg beim renommierten Tschaikowski-Wettbewerb begeistert Alexandre Kantorow das Publikum mit der Intensität seiner Interpretationen. Mit 28 Jahren ist er einer der führenden Botschafter des Klaviers weltweit. Neben Chopin spielt er hier die außergewöhnliche Sonate von Medtner und ein sakrosanktes Meisterwerk: Beethovens letzte Sonate, op. 111.
Programm
JOHANN SEBASTIAN BACH (1685-1750)
Variationen über „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ (arr. F. Liszt S. 180)
NIKOLAÏ MEDTNER (1880-1951)
Klaviersonate Nr. 1 f-Moll op. 5
Pause
FRÉDÉRIC CHOPIN (1810-1849)
Prélude cis-Moll op. 45
CHARLES-VALENTIN ALKAN (1813–1888)
Das Lied der Wahnsinnigen am Meer op. 31 Nr. 8
ALEXANDRE SCRIABINE (1872-1915)
Vers la flamme op. 72
LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770-1827)
Klaviersonate Nr. 32 in c-Moll op. 111
Kantorow plays Liszt: Isoldes Liebestod, S.447, After Wagner’s Tristan und Isolde (Verbier Festival)
Experimentell verzerrt Chopins Prélude Op. 45 ein einfaches melodisches Material in chromatische Modulationen, ein Verfahren, das Wagner, der damals seine ersten Erfolge feierte, wieder populär machte.
Innovativ ist auch Beethovens letzte Sonate, „der letzte Schritt, der von dieser Welt ins Jenseits führt“ laut Wilhelm Kempff, da der Komponist sich in die Grenzbereiche dessen vorwagte, was die Kompositionssprache seiner Zeit bieten konnte.
Die Entdeckung von Beethovens Spätwerk entzündete die künstlerische Flamme des jungen Medtner, der mit dieser Jugendsonate eine formidable Synthese des Erbes des großen europäischen Stils schuf. So dieser erste Satz, der klingt, als wäre er von einem Johann Sebastian Bach komponiert worden, der einige Jahre unter dem Einfluss der slawischen Romantik gestanden hätte. Aber es ist das Finale, das am stärksten Beethovens Handschrift trägt, seinen epischen Pomp, seine kunstvoll aufrechterhaltene Spannung. Mit großer Begeisterung sehen wir Alexandre Kantorow, einen großen Spezialisten des russischen Repertoires, sich dieses Kleinods annehmen.