YUNCHAN LIM
Erstes Solorezital in der Salle des Combins, nach seinen Triumphauftritten in der Église (diese historischen Goldberg-Variationen 2025!) für Yunchan Lim. Ein weltweites Phänomen, und völlig zu Recht: Mit seinem Klang berührt dieser junge Künstler tief. Den Abend eröffnet Schuberts strahlende „Gasteiner“-Sonate voller Freude, Energie und Lebenslust. In der zweiten Hälfte folgen drei Sonaten von Scriabin: die „Fantaisie“-Sonate, die „gotische“ Sonate Nr. 3, auch „Seelenzustände“ genannt, und die leuchtende Vierte, die er als „des Menschen Flug zum Stern, dem Symbol des Glücks“ beschreibt.
Programm
FRANZ SCHUBERT (1797-1828)
Klaviersonate Nr. 17 in D-Dur D. 850 „Gasteiner“
Pause
ALEXANDRE SCRIABINE (1872-1915)
Klaviersonate Nr. 2 in gis-Moll op. 19 „Sonate-Fantaisie“
Klaviersonate Nr. 3 in fis-Moll op. 23
Klaviersonate Nr. 4 in Fis-Dur op. 30
Yunchan Lim spielt Tschaikowsky: Die Jahreszeiten, Op. 37a: VI. Juni. Barkarole beim Verbier Festival
Geschrieben während seines Aufenthalts in Gastein, ist Schuberts Sonate Nr. 17 eines der sehr seltenen zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Werke, gekennzeichnet durch eine lebhafte Energie und eine einzigartige Komposition, die die Zuhörer bei jeder Wendung überrascht. Die Allegro-Eröffnung der Sonate wirkt beispielsweise stürmisch, weicht aber weniger als zwei Minuten nach Beginn einem edlen Thema in verlangsamtem Tempo, wahrscheinlich inspiriert von der alpinen Landschaft. Selbst der traditionell langsame zweite Satz bewahrt eine lebhafte Energie, während das abschließende Rondo, das mit trügerischer Einfachheit beginnt, schnell fulminanten virtuosen Ausbrüchen weicht.
Skrjabins Zweite Sonate „Fantasie“ vereint den Einfluss von Chopins Romantik mit einer bereits persönlichen und evokativen Sprache des Komponisten. In zwei Sätzen geschrieben, beginnt sie mit einem Andante von meditativer und wogender Kontur, inspiriert vom Bild des Meeres, während das abschließende Presto, lebhaft und ungestüm, die Aufregung der Wellen heraufbeschwört.
Yunchan Lim setzt diese intensive pianistische Reise mit Skrjabins Klaviersonate Nr. 3, genannt „Seelenzustände“, fort. Das Werk ist ein Wendepunkt in der Entwicklung des Kompositionsstils, mit einer starken Dramaturgie, die leidenschaftliche Ausbrüche, lyrische Momente und ergreifende harmonische Spannungen abwechselt.
Mit seiner Vierten Sonate bricht Skrjabin hier mit traditionellen Formen und erkundet noch unbekannte musikalische Territorien. Dieses Werk, das er selbst als „den Flug des Menschen zum Stern, Symbol des Glücks“ beschrieb, ist ein exemplarisches Beispiel für den einzigartigen Weg, den der Komponist zur Atonalität einschlug.