NOBUYUKI TSUJII
Nobuyuki Tsujii ist ein Phänomen, das seine Blindheit überwindet, indem er ein außergewöhnliches Gehör entwickelt und mit einer einzigartigen Methode an Partituren arbeitet. Sein Programm, zwischen Wien und der großen Romantik, präsentiert unter anderem Beethovens berühmte „Appassionata“-Sonate.
Programm
EDVARD GRIEG (1843-1907)
Lyrische Stücke, Auszüge
FRÉDÉRIC CHOPIN (1810-1849)
Zwei Nocturnes op. 27
Andante spianato und Grande Polonaise brillante
Pause
CLAUDE DEBUSSY (1862–1918)
Rêverie
Images, Buch I
PIOTR ILYITCH TSCHAIKOWSKI (1840-1893)
Suite aus dem Nussknacker Op. 71a (Arr. M. Pletnev), Auszüge
Nobuyuki Tsujii spielt Liszt Große Paganini-Etüden, S. 141, Nr. 3 „La Campanella“
Debussys drei Images sind eine Lektion in Prägnanz und Poesie: Nach den berühmten Reflets dans l’Eau, einem impressionistischen Kleinod, errichtet das Hommage à Rameau dem größten französischen Musiker ein Denkmal, und Mouvement ist eine Entfaltung reiner Energie, die Bartók oder Strawinski vorwegnimmt.
Narrativer ist die Energie in Chopins zwei Nocturnes op. 27. Dunkel im ersten, strahlend im zweiten, zeichnen die Stücke zwei Porträts der Nacht. Ein weiterer Kontrast ist der, der das träumerische Andante Spianato und die Grande Polonaise brillante vereint, mit revolutionären Akzenten, die an den Höhepunkt des polnischen Aufstands erinnern.
Von Edvard Griegs Lyrischen Stücken bleibt der außergewöhnliche nostalgische Atem in Erinnerung, mal spielerisch, mal ernst. Aus der Vorstellungswelt der Oper oder des Fantastischen schöpfend, verzaubert und verwirrt das Werk.
In der Bearbeitung des Virtuosen und Dirigenten Michail Pletnjow erhält Der Nussknacker am Klavier seine volle orchestrale Brillanz zurück. Eine Gelegenheit, den Tanz der Zuckerfee oder den Blumenwalzer in der Intimität eines Recitals neu zu entdecken.