NIKOLAÏ LUGANSKY
Ein Rezital von Nikolai Lugansky ist stets ein tiefgehendes Erlebnis, geprägt von großer Aufrichtigkeit und frei von überflüssigen Effekten. Sein Respekt vor dem Notentext ermöglicht es ihm, die Intentionen des Komponisten vollkommen einzufangen. Auf dem Programm stehen zwei Meisterwerke der romantischen Klaviermusik – Chopins 24 Préludes und Schumanns leidenschaftliche Humoreske.
Programm
FRÉDÉRIC CHOPIN (1810-1849)
Impromptu Nr. 1 in As-Dur op. 29
Impromptu Nr. 2 in Fis-Dur op. 36
Impromptu Nr. 3 in Ges-Dur op. 51
ROBERT SCHUMANN (1810-1856)
Humoreske in B-Dur op. 20
Pause
FRÉDÉRIC CHOPIN (1810-1849)
24 Préludes op. 28
Nikolaï Lugansky spielt Chopin: 12 Etüden, Op. 10: Nr. 8 in F-Dur „Sunshine“ beim Verbier Festival
Chopin ist noch keine dreißig Jahre alt, als ihn die Préludes Op.28 in die höchsten musikalischen Sphären seiner Zeit katapultieren. Busoni, Mompou, Bill Evans und sogar Donna Summer haben sich diese Werke zu eigen gemacht, die zu wahren Standards des romantischen Klaviers geworden sind.
Im Gegensatz zur Prägnanz und thematischen Effizienz der Préludes nähern sich die Impromptus durch ihre Ästhetik des Wanderns der Improvisation an. Aristokratische Raffinesse im ersten, aquatisches Wiegen im zweiten, die Verfeinerung eines minimalistischen Kontrapunkts im dritten: Nikolai Lugansky, dessen Verständnis der Geheimnisse dieser Musik Gipfel erreicht, ist der ideale Interpret dieses Repertoires.
Schumanns immense Humoreske birgt in ihren vielfältigen Facetten ein ungreifbares Bild von Eusebius und Florestan, den beiden Seiten der Komponistenpersönlichkeit. Kinderreime, pompöse Fanfaren, dämonische Perpetuum mobiles und Melodien an der Grenze zum Traum: ein Werk zwischen Fantasie und Realität, das bei jedem Hören neu zu entdecken ist.