TEODOR CURRENTZIS / YUJA WANG
Ein fulminantes Konzert! Virtuosität, Jazz und mitreißende Rhythmen sind die Schlüsselworte eines Konzerts, das als Apotheose des Tanzes gedacht ist. Als Kapitäne an Bord verbinden die Pianistin Yuja Wang und der Dirigent Teodor Currentzis vulkanisches Temperament mit millimetergenauer Präzision. Bitte anschnallen!
Programm
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH (1906-1975)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 in F-Dur op. 102
ALEXANDRE TSFASMAN (1906-1971)
Jazz Suite für Klavier und Orchester
Pause
LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770-1827)
Sinfonie Nr. 7 in A-Dur op. 92
Besetzung
- Verbier Festival Chamber Orchestra
- Teodor Currentzis Dirigent
- Yuja Wang Klavier
Yuja Wang spielt Rachmaninow: Vocalise, op. 34 Nr. 14 (Arr. Kocsis für Klavier) beim Verbier Festival
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Mitten im Chruschtschow-Tauwetter 1957 geschrieben, ist Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 2 seinem Sohn Maxim gewidmet, um dessen 19. Geburtstag zu feiern. Gewiss ist dieses neue Werk weniger turbulent als sein Vorgänger, das ungezügelte und sarkastische Konzert Nr. 1, doch zeugt es (aufgrund der Epoche und seines Adressaten?) von einer sanfteren Atmosphäre und einem weniger ironischen Licht. Der erstaunliche langsame Satz knüpft an eine überschwängliche Romantik an, die bei Schostakowitsch eher ungewöhnlich ist. Nach Michail Pletnjow 2013 lässt Yuja Wang (deren absolute Meisterschaft in den kühnsten Partituren bekannt ist) die außergewöhnliche Gestalt Alexandre Tsfasmans wieder aufleben. Dieser Pianist und Komponist (nicht zu verwechseln mit dem französisch-polnischen Komponisten Alexandre Tansman) war der erste Interpret der Rhapsody in Blue von Gershwin in Moskau und vor allem der Autor bemerkenswerter, vom Jazz inspirierter Stücke. Seine unwiderstehliche Jazz Suite verbindet so die russische postromantische Schreibweise eines Prokofjew mit den synkopierten Rhythmen Duke Ellingtons – mitten in der Sowjetunion. Zum Abschluss dieses euphorisierenden Programms dirigiert Teodor Currentzis die jubelndste aller Beethoven-Sinfonien. Die 1813 uraufgeführte Sinfonie Nr. 7 ist in der Tat die heiterste und dionysischste Musik des deutschen Komponisten und steigert den rhythmischen Rausch zu unerreichten Höhen. Nimmt man einen (berühmten) langsamen Satz von erschütternder Tiefe aus, ist in den finalen Presto- und Allegro-con-brio-Sätzen alles nur Freude und Raserei – so sehr, dass Richard Wagner das Werk mit einer berühmt gewordenen Formel beschrieb: „die Apotheose des Tanzes“.