QUATUOR ÉBÈNE
Sämtliche Streichquartette Beethovens zu hören ist für Musiker wie für Zuhörer das Erlebnis eines Lebens. Nach einem ersten vollständigen Zyklus im Jahr 2020 nimmt sich das Quatuor Ébène in seiner neuen Besetzung (Pierre Colombet, Gabriel Le Magadure, Marie Chilemme und Yuya Okamoto) das Werk erneut vor, mit einer Reihe von sieben außergewöhnlichen Konzerten zum 200. Todestag des deutschen Komponisten.
Programm
LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770-1827)
Streichquartett Nr. 1 F-Dur op. 18 Nr. 1
Pause
LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770-1827)
Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130, mit der „Großen Fuge“ op. 133
Evgeny Kissin und Quatuor Ebene spielen: Schostakowitsch: Klavierquintett g-Moll, op. 57: III. Scherzo
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Ein zweites Rendezvous, wie ein Taumel der Musik. Mehr als ein Vierteljahrhundert trennt das Quartett Nr. 1 von der berühmten „Großen Fuge“. Dennoch wäre es falsch, das Quartett Nr. 1 als bescheidenen Versuch eines unerfahrenen Studenten zu betrachten, denn Beethoven überarbeitete die Partitur mehrfach und schrieb sogar an seinen Freund Carl Amenda: „Ich habe es sehr verändert, denn erst jetzt verstehe ich, Quartette richtig zu schreiben.“ Besonders bemerkenswert ist der langsame Satz, der angeblich von der Grabszene aus Shakespeares Romeo und Julia inspiriert wurde. Ein radikaler Wechsel des Klangkosmos mit dem eindrucksvollen Quartett Nr. 13. Das vom russischen Fürsten Galitzin in Auftrag gegebene Werk wurde von seinen Zeitgenossen als unspielbar erachtet. Unter den sechs Sätzen sticht die ergreifende Cavatine hervor, die Beethoven nach eigenen Worten „in Tränen des Leidens“ schrieb. Das Stück sollte auch für seinen gewaltigen Schlusssatz in die Musikgeschichte eingehen, den der Verleger Artaria zunächst wegen seiner Länge und Dramatik ablehnte. Dieses später in „Große Fuge“ op. 133 umbenannte Stück kann somit separat oder als Abschluss des Quartetts Nr. 13 gespielt werden, wie es die Ébène diesen Abend tun werden. Zur Erinnerung an die Schönheit dieses Werks sei nur erwähnt, dass Igor Strawinsky die „Große Fuge“ als „ein Wunder der Vollkommenheit“ und als „völlig zeitgenössische Musik, die es für immer bleiben wird“ beschrieb.