ZIYU SHAO
Das Fest kann beginnen! Mit seinen 16 Jahren präsentiert der Pianist Ziyu Shao ein Programm von furchterregender Virtuosität. Drei Stücke in einem einzigen Satz (Beethoven, Liszt, Skrjabin), wie drei Musikströme, die beeindruckende technische Anforderungen mit sich führen. Als krönender Abschluss ein Arrangement von Tschaikowskys Dornröschen, in dem das Klavier die Farben eines Orchesters annimmt.
Programm
LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770-1827)
Fantasie g-Moll op. 77
FRANZ LISZT (1811-1886)
Après une lecture du Dante : Fantasia quasi Sonata S. 161/7
ALEXANDER SKRJABIN (1872-1915)
Fantasie h-Moll op. 28
PIOTR ILITCH TCHAÏKOVSKI (1840-1893)
Dornröschen op. 66 (arr. M. Pletnev)
Konzert ohne Pause
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Im Jahr 2026 schloss der französische Kritiker Alain Cochard seine Rezension zu Ziyu Shaos Interpretation der Fantasie op. 77 beim Festival International de Piano de La Roque d’Anthéron mit den Worten: „Die Reife, die Klangdichte, die Vitalität und die Souveränität, mit der er sich dieses in den Programmen viel zu seltenen Stücks annimmt, flößen Bewunderung ein – und das mit erst 16 Jahren … Man brennt darauf, ihn in einem vollständigen Programm zu hören“. Dies ist nun beim Verbier Festival der Fall, wo dieser Schüler der Moskauer Gnessin-Schule und von Rena Shereshevskaya sein Rezital mit jenem Stück beginnt, in dem Beethoven seine geniale Improvisationsgabe unter Beweis stellt. Ebenso virtuos ist Après une lecture du Dante : Fantasia quasi Sonata, eine monumentale Neuinterpretation von Liszt über den Abstieg in die Hölle aus der Göttlichen Komödie. In diesem einsätzigen Werk setzt der ungarische Komponist verstärkt auf den Tritonus (den berühmten Diabolus in Musica) und blitzschnelle Oktaven. Ohne Pause schließt Ziyu Shao mit der Fantasie von Skrjabin an, in der komplexe Handkreuzungen und weite Sprünge in der linken Hand im Überfluss vorhanden sind, bevor er sein Rezital mit Pletnevs Arrangement von Dornröschen beendet, bei dem das Klavier allein das Orchester von Tschaikowsky entfaltet.